Besonderheiten der Mehrfamilienhaus-Finanzierung in Mainz
Die Finanzierung eines Mehrfamilienhauses in Mainz unterscheidet sich grundlegend von der Einfamilienhaus-Finanzierung. Banken bewerten Mehrfamilienhäuser primär nach Ertragskraft, nicht nach Eigenkapitalquote. Das bedeutet: Die erwarteten Mieteinnahmen bestimmen die Darlehenssumme, nicht der Kaufpreis. Für ein MFH mit vier Wohneinheiten à 750 € Nettomiete (36.000 €/Jahr) werden typischerweise 60–70 % der erwarteten Jahresmiete als Darlehensfähigkeit angerechnet — also ca. 21.600–25.200 € Darlehen pro 1.000 € Jahresmiete. In Mainz, wo Wohnungsmarkt-Dynamik hoch ist (Mietpreise 2024–2026 zwischen 8 €/m² und 14 €/m² je Lage), ist die Renditeprognose für Kreditgeber attraktiv. Allerdings zählt nicht die Rohmiete: Nebenkosten, Instandhaltungsrücklage (1–1,5 €/m²/Monat für 1960er-Bauten), Leerstandsrisiko (2–5 %) und Verwaltungskosten (8–12 % der Miete) werden abgezogen. Eine genaue Rentabilitätsrechnung ist daher Pflicht vor jedem Bankgespräch.
- Ertragskraft-Rente: Jahresmiete × 60–70 % = max. Darlehensfähigkeit
- Nebenkosten-, Instandhaltungs- und Verwaltungsabzug essentiell
- Mainz-Lage: Werthaltige Innenstadtlagen (Altstadt, Neustadt) günstiger finanzierbar
- Eigenkapitalquote oft geringer als bei EFH (15–20 % realistisch)